Perspektiven auf den demografischen Wandel

Klassifikation
Dimension Wert
Personendisziplinen
  • Soziologie
  • Fördernde Institutionen
  • Sonstige: Bundesministerium fĂĽr Bildung und Forschung
  • Typ des Forschungsergebnisses
  • Empirische Untersuchung
  • Literaturanalyse
  • Veröffentlichungsmedien der Ergebnisse
  • Wissenschaftliche Veröffentlichungen
  • Problemlage: In der breiten Ă–ffentlichkeit ist das Thema „Demografie“ auf dem Vormarsch, einem Vormarsch, der kaum aufzuhalten scheint. Auch in der Wissenschaft wird das Thema „Demografie“ intensiv und kontrovers behandelt. Während die einen meinen, man könne den demografischen Wandel und seine absehbaren Wirkungen durchaus entspannt betrachten, vertreten andere die Auffassung, der demografische Wandel bringe vor allem gesellschaftlich wirksame Risiken mit sich. Interessant ist, mit welchen Vorannahmen und Zukunftserwartungen hier jeweils operiert wird, was thematisiert und was dethematisiert wird.

    Zielsetzung: Im Projekt sollen die wissenschaftlichen Auseinandersetzungen zu Risiken und Chancen des demografischen Wandels rekonstruiert werden. Dabei werden etwa folgende Fragen im Mittelpunkt stehen: Welche Entwicklung nehmen Ökonomie und Gesellschaft, welche Konsequenzen ergeben sich für unterschiedliche Unternehmensformen und Betriebstypen? Wie wird die Entwicklung der Infrastrukturen verlaufen? Wie entwickeln sich in Unternehmen bestimmte Unternehmensfunktionen (innovative vs. produktive Bereiche)? Entstehen neue Märkte für Senioren und welche Bedeutung werden sie haben? Wird es neue, ökonomisch tragfähige Betriebstypen für Ältere geben, wie werden die Betriebe mit der größeren Zahl älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umgehen? Wie werden sich Pflege und Wohnformen, wie sich die Sozialversicherung verändern, wenn die Zahl alter und hochbetagter Menschen signifikant ansteigt, aber nicht alle über ausreichend Ressourcen verfügen? Wie entwickelt sich das Bildungssystem? Wie sind die Reaktionen auf die Herausforderungen des demografischen Wandels zu bewerten?

    Das Vorhaben des Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (iso) wird vor allem eine Rekonstruktion des Stands der Forschung in denjenigen Feldern zu leisten haben, die im Spannungsfeld zwischen wissenschaftlichen, technischen, ökonomischen und organisatorischen Innovationsprozessen einerseits und gesellschaftlichen Veränderungen, ggf. verschärft durch den demografischen Wandel, andererseits stehen. Dabei wird es vor allem darauf ankommen, den Einfluss sich verändernder demografischer Strukturen jeweils präzise zu bestimmen, also der Neigung zu widerstehen, gesellschaftliche Problemlagen gleichsam zu „demografisieren“.

    Methoden und Ergebnisse: Im Vorhaben wird v.a. Desktop-Research betrieben und eine Reihe von Interviews geführt. Die Ergebnisse werden publiziert. Das Projekt wird gemeinsam durchgeführt mit dem Dilemma-Verlag / Armin Pongs (München) und Dr. Karlheinz Steinmüller (Berlin). Armin Pongs (www.dilemma-verlag.de) wird in der bereits bewährten Form Interviews mit bedeutenden Forschern aus den einschlägigen Feldern führen und Dr. Karlheinz Steinmüller (www.steinmueller.eu) wird Szenarien entwickeln, die visionär die Situation in 25 – 35 Jahren beschreiben.

    Veröffentlichungen:Bieber, Daniel (Hg.) (2011): Sorgenkind demografischer Wandel? Warum die Demografie nicht an allem schuld ist. München. oekom verlag. [Einblick ins Buch]
    Bieber, Daniel (2011): Grundlagen des Demografiediskurses - eine kritische WĂĽrdigung. In: Bieber, Daniel (Hg.): Sorgenkind demografischer Wandel? Warum die Demografie nicht an allem schuld ist. MĂĽnchen: 23-84.
    Breit, Heiko (2011): Das Bildungssystem im demografischen Wandel: Mehr Bildung bei weniger Kindern. In: Bieber, Daniel (Hg.): Sorgenkind demografischer Wandel? Warum die Demografie nicht an allem schuld ist. MĂĽnchen: 137-194.
    Geiger, Manfred (2011): Pflege in einer alternden Gesellschaft. In: Bieber, Daniel (Hg.): Sorgenkind demografischer Wandel? Warum die Demografie nicht an allem schuld ist. MĂĽnchen: 250-298.
    KloĂź, Christian (2011): Der Pilz und die Bohnenstange - Eine Betrachtung der modernen Familie unter den Vorzeichen des demografischen Wandels. In: Bieber, Daniel (Hg.): Sorgenkind demografischer Wandel? Warum die Demografie nicht an allem schuld ist. MĂĽnchen: 85-136.
    KloĂź Christian (2011): Sichere Rente oder sichere Verluste? Die "Demografie" von Altersvorsorge, Kapital- und Immobilienmarkt. In: Bieber, Daniel (Hg.): Sorgenkind demografischer Wandel? Warum die Demografie nicht an allem schuld ist. MĂĽnchen: 193-249.
    KloĂź, Christian; Bieber, Daniel (2011): Demografischer Wandel und Infrastruktur - zentrale Herausforderungen. In: Bieber, Daniel (Hg.): Sorgenkind demografischer Wandel? Warum die Demografie nicht an allem schuld ist. MĂĽnchen: 299-402.
    Reindl, Josef (2011): Die Dekonstruktion des Alters. Eine Kritik der konstruktivistischen Alternsforschung. In: Bieber, Daniel (Hg.): Sorgenkind demografischer Wandel? Warum die Demografie nicht an allem schuld ist. MĂĽnchen: 403-416.

    Projektleiter: Prof. Dr. Daniel Bieber